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Ein «Schlüsselerlebnis»

«Erzähle nicht Begebenheiten als Zeugnis, bei denen du etwas verloren, gebetet und es nachher gefunden hast. Das ist lächerlich!», sagte einmal ein Pastor zu mir. Ich weiss, nicht immer findet man das Gesuchte nach einem Gebet. Doch Gott hat Humor und lässt manchmal auch «Klischee-Wunder» geschehen.

Carla*, die mit uns in die Gemeinde kommt, hatte ihrer Nachbarin versprochen, während ihrer Abwesenheit ihre Meerschweinchen zu füttern. Zu diesem Zeitpunkt war vor den Haustüren der beiden Nachbarinnen ein Graben für neue Rohrleitungen ausgehoben worden. Das nasse, lehmige Aushubmaterial war neben dem Graben aufgeschüttet worden, so, dass es fast kein Durchkommen zum Nachbarhaus gab.

Eines Tages sahen meine Frau und ich, wie Carla nervös und mit gesenktem Kopf vor der Haustüre der Nachbarin stand und etwas zu suchen schien. Wir gingen zu ihr hin und erkundigten uns nach dem Problem. «Ich kann den Hausschlüssel der Nachbarin nicht finden! Ich habe ihn verloren und morgen kehrt sie zurück», sagte Carla verzweifelt. Nun kamen die üblichen Ratschläge von unserer Seite: «Hast du in allen Taschen deiner Jacken nachgesehen? Wo hast du ihn zuletzt in den Händen gehabt?» Sie beteuerte, dass sie alles, was ihr in den Sinn gekommen ist, abgesucht habe. Sogar die Strecke zum Einkaufen ist sie nochmals gelaufen, um sicher zu gehen.

 

Beten als logische Lösung

Carla war in Not. Da standen wir nun, ratlos im dreckigen, nassen Boden vor dem Haus der Nachbarin. «Komm, wir beten», sagte meine Frau plötzlich. «Warum sollen wir beten?», dachte ich. «Wir müssen suchen! Also gut!» Da, wo wir standen, bildeten wir zu dritt einen Kreis und senkten den Kopf zum Gebet. Eben wollte ich den Mund zum Beten öffnen, da ruft meine Frau: «Da liegt er ja!» Tatsächlich – da lag der Schlüssel im Dreck, genau mitten in unserem Kreis. Wir drei mussten lachen. Mir schoss der Bibelvers aus Jesaja durch den Kopf: «Ehe sie rufen, will ich antworten». Ja, Gott hat Humor.

Ich bin überzeugt, dass jeder Christ täglich viele kleine Wunder erlebt: einen Parkplatz, die Brille gefunden, jemandem «zufällig» begegnet. Es gäbe noch viele solche Kleinigkeiten aufzuzählen. Ob wir gebetet haben oder nicht – wenn wir aufmerksam sind, können wir überall Gottes Führungen im Kleinen erleben. Gott ist immer bei uns, überall.

Warum nicht solche «lächerlichen» Zeugnisse anderen weitererzählen? Das macht Mut und «gwunderig» Gott selbst im Kleinen zu entdecken.

 

(*Name geändert)

Theo Hedinger, FEG Wilchingen
t.hedinger(at)physiotraining.com